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Schlittenhunde

Schlittenhunde sind Arbeitshunde, über Jahrhunderte für das Ziehen von Lasten gezüchtet.Dem zufolge sind Schlittenhunde sehr robuste, ursprüngliche Hunde. Sie haben allerdings einen sehr hohen Bewegungsdrang und sind meist nicht mit einer halbstündigen "Gassirunde" zufrieden. Ebenso haben die meisten Schlittenhunde einen ausgeprägten Jagdtrieb und den typischen "Dickkopf", der es einem fast immer unmöglich macht, diese Hunde von der Leine zu lassen. Suchen Sie also einen Hund für gemütliche Spaziergänge, kaufen Sie besser keinen Schlittenhund!

Wenn Sie aber Freude am Sport haben, gerne bei Wind und Wetter draußen sind, möglichst bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und drunter, dann ist der Schlittenhund der richtige Hund für sie. Vor den Scooter oder das Fahrrad gespannt, macht es unglaublich Spaß, mit diesen Hunden draußen schnelle Runden zu fahren. Schön ist es, wenn man etwas abseits von den üblichen "Gassirunden" fahren kann, denn nichts ist lästiger, als freilaufende, nicht hörende Hunde, die einem ins Gespann rennen, wenn man gerade mit 25 km/h um die Ecke biegt, denn natürlich ist immer der Schlittenhundebesitzer schuld, wenn etwas passiert! Hat man seinen Hund erfolgreich antrainiert und das kann man so mit 10-11 Monaten beginnen, dann kann man mit seinem 12- 18 Monate alten Hund das erste Mal an ein Rennen oder eine Tour denken. Am besten schaut man dazu auf die Seite des VDSV (Verband deutscher Schlittenhundesportvereine), dort stehen alle Renntermine drauf, bestimmt auch etwas in Ihrer Nähe. Dort findet man auch alle Vereine, die dem VDSV angeschlossen sind, dass sind hier im Norden von Deutschland z.B. der NSC, der SSCN, der SSVN oder der MSH.

Der DSLT hat seine Mitglieder aus ganz Deutschland und ist insbesondere auf Touren und auf Langstreckenrennen spezialisiert. So ist der DSLT Ausrichter der Trans Thüringia, dem längsten Rennen für FCI Schlittenhunde über 250 Kilometer. Über den DSLT findet man auch erfahrene Tourenleiter, die einem helfen, in den Schlittenhundesport hinein zu kommen und den aktuellen Tourenplan der Saison.

Vor dem Rennen besucht man am besten noch ein Better Mushing Seminar, dort wird einem alles erzählt, was in einem Rennen wichtig ist. Für die Musherlizenz, die bei dem jeweiligen Verein zu beantragen ist und die man braucht um an z.B. Meisterschaften gewertet zu werden, braucht man dieses Seminar auf jeden Fall.

 

Als Arbeitshund werden von Schlittenhunden hohe körperliche und mentale Fähigkeiten verlangt. Die körperlichen Fähigkeiten erlauben guten Schlittenhunden, mit optimaler Veranlagung und optimalem Training, innerhalb von 24 Stunden einen Schlitten über 200 km zu ziehen. Das hört sich für den Alltagsmenschen erstmal sehr viel an, aber man muss ja nicht diese Distanz fahren. Tagesdistanzen von 70 - 80 km sind aber für gut trainierte Schlittenhunde überhaupt kein Problem, im Gegenteil, hat man am Abend doch mal einen total ausgeglichenen Hund! Die mentalen Fähigkeiten eines Schlittenhundes bestehen aus dem sprichwörtlichen "desire to go", dem unbedingten Laufwillen, der dafür verantwortlich ist, dass die Leistungsbereitschaft auch unter lang anhaltender körperlicher Beanspruchung und unter härtesten klimatischen Bedingungen erhalten bleibt. Die meisten Schlittenhunde haben diesen unbedingten Laufwillen und wollen wirklich rennen. Schlittenhunde müssen die erforderlichen Kommandos wie rechts/links, weiter und stop verstehen und umsetzen können und diszipliniert sein. Kläffende Hunde am Rand, Gespanne, die man überholen möchte, all das darf einen Schlittenhund nicht von seinem Trail abbringen. Ein guter Leithund braucht außerdem die Eigenschaft selbstständig den "richtigen" Trail zu finden und es ist immer wieder erstaunlich, welchen Orientierungsvermögen ein guter Schlittenhund hat. In kurzen Rennen erreichen Schlittenhunde eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 25 bis 40 km/h, bei Langstreckenrennen beträgt die durchschnittliche Geschwindigkeit immer noch 12 bis 23 km/h. Um die Leistungsprüfung zu bestehen, muss ein Durchschnittstempo von mindestens 10 km/h auf längeren Strecken gefahren werden.

Weiterhin zeichnet den Schlittenhund ein ausgeprägtes Sozialverhalten, eine geringe Schmerzempfindlichkeit und ein starkes Herz-Kreislauf-System aus, das es dem arbeitenden Hund erlaubt, einen Stoffwechsel zu entwickeln, dem trotz aller Anstrengungen auch ein knappes Nahrungsangebot ausreicht. Schlittenhunde sind häufig sehr gute Futterverwerter, d.h. man kann seinen Schlittenhund sehr schnell fett füttern, denn hungrig ist er eigentlich immer. Dies gilt es unbedingt zu vermeiden, da jedes Gramm Fett zuviel die Gelenke beim Laufen zu sehr beansprucht. Ein Schlittenhund besteht wie jeder Langstreckenläufer im Wesentlichen aus Musklen und ist sehr schlank! Außerdem sollten Schlittenhunde „stressresistent“ sein. Die innere Ruhe haben, die es braucht in einem hektischen Zwischenstopp bei einem Langstreckenrennen trotzdem zu saufen und zu fressen um die Energiebereitstellung im Rennen zu gewährleisten.

Zusammensetzung eines Schlittenhundgespanns

Ein Schlittenhundegespann, das so genannte Team, kann aus zwei bis zu über zwölf Hunden bestehen. Heutzutage werden die Gespanne gewöhnlich als Tandem eingespannt, wobei sie jeweils an einer zentralen Zugleine befestigt sind. Die Inuit der Arktis spannen ihre Tiere auch als "Fächer" an, dabei ist jedes Tier mit einer eigenen Zugleine mit dem Schlitten verbunden. Drei Hunde vor dem Scooter spanne ich auch als Fächer ein, da dann das Gespann nicht so lang wird und man in schwierigen Situationen die Hunde besser unter Kontrolle hat. 

Fächergespann             

 

Tandemgespann

Im Tandemgespann gibt es die Positionen Leader, der Leithund, Wheeler, direkt vor dem Schlitten, und Swinger oder Teamdogs, alle anderen Hunde im Gespann.

Alle Hunde sind mit der Hauptleine (Gangline) über ein Zugleine (Tugline) verbunden. Untereinander werden die Hunde noch mit Neckleinen (Neckline) verbunden.

 
Höchste Ansprüche werden an die Leithunde, die Leader gestellt, denn sie geben das Tempo vor und müssen mit dem Musher kommunizieren und dessen Kommandos umsetzen. Ein Leithund muss sehr diszipliniert sein, denn ihm folgt das ganze Team! Leithunde sind aber auch für die Motivation des ganzen Teams, besonders unter hohen körperlichen Belastungen, mitverantwortlich. Daneben müssen sie weitgehend selbstständig den richtigen Weg, den Trail, finden, so dass der Musher nur in für die Leader zweifelhaften Situationen mit Kommandos eingreifen muss. Rein körperlich leisten sie insbesondere im Tiefschnee die härteste Arbeit.

Erstaunlich ist das Orientierungs- und örtliche Erinnerungsvermögen guter Leithunde. Nicht selten erkennen sie auch nach Jahren einen früher einmal gelaufenen Weg und führen das Gespann sicher über den Trail. Als wir in der Saison 2013 die Runde an der Hechtfortschleuse fahren wollten und ich feststellte, dass alle Trailmarkierungen entfernt wurden, habe ich mich bei jeder Abzweigung einfach auf Colin verlassen und er hat sicher den richtigen Trail gefunden und mich über die 35 Kilometer Runde gebracht!

Als Wheeler werden oft die körperlich stärksten Hunde eingesetzt, damit deren Zugkraft nicht über die bei großen Gespannen bis zu 20 m lange Zugleine übertragen werden muss, was insbesondere bei engen, kurvigen Passagen dazu führen könnte, dass die Hunde im mittleren Bereich des Gespanns gegen Kurvenhindernisse gezogen werden. Diese Hunde müssen, abgesehen vom Laufwillen, keine besondere mentale Leistung erbringen. Oft werden als Wheeler auch Hunde in der Ausbildung oder solche eingespannt, die gern eigene Wege gehen. Daran werden sie durch die Zugkraft der vorweg laufenden Teammitglieder gehindert. 

Die Hunde eines Teams kennen im Allgemeinen ihre Position im Gespann und sind in diesem Punkt, wie auch in vielen anderen Bereichen des Hundelebens, ausgesprochene Gewohnheitstiere. Bei sehr intensivem Einsatz der Hunde kann es sinnvoll sein, die beiden nebeneinander laufenden Hunde gelegentlich in der Position auszutauschen, dies wird allerdings von den Hunden nicht sehr geschätzt.Der Austausch führt aber zu einer gleichmäßigeren körperlichen Belastung, da die Hunde in der beschriebenen Tandemformation notgedrungen immer etwas schräg zur Laufrichtung ziehen müssen. Außerdem ist es auf Langstreckenrennen durchaus sinnvoll, den Leithund gelegentlich auszutauschen, da er die größte mentale Anstrengung zu leisten hat. Meist hat man in einem größeren Team mehrer Hunde, die im Lead laufen können.